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Nachbericht Dialog Holzbau 2020

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Voller Saal mit 300 Teilnehmern im Uni-Center der JKU © Foto: eventfoto.at

HOLZBAU FOR FUTURE: Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber zeigte beim Dialog Holzbau wie wir die Klimaziele erreichen können.

Über Jahrzehnte steht die Erderwärmung durch menschenverursachtes CO2 nun schon im politischen und wissenschaftlichen Diskurs. Prof. Schellnhuber war von Anfang an dabei und erklärte kürzlich beim Dialog Holzbau, warum das Erreichen der Klimaziele nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist. Außerdem teilte Architekt Ulf Rössler seine Erfahrungen beim Bau eines ganzen Stadtteiles aus Holz in München, mit etwa 300 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Veranstalter waren die Landesinnung Holzbau OÖ und proHolz OÖ. In Anschluss an die spannenden Vorträge diskutierte ein hochkarätiges Podium, mit Klimaschutz-Landesrat Stefan Kaineder, welchen Beitrag der Holzbau zur Lösung der Klimakrise leisten kann.

Können wir uns aus der Klimakrise herausbauen?
Hans Joachim Schellnhuber gehört zu den renommiertesten Klimaexperten weltweit. Der Gründer und langjährige Leiter des Potsdam Institutes für Klimaforschung ist Mitglied des Weltklimarates und Berater von vielen wichtigen Entscheidungsträgern aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Mit Methoden der theoretischen Physik entwickelte er Ende der 1990er Jahre ein neues wissenschaftliches Feld: die Erdsystemanalyse. Dabei werden globale Umweltveränderungen beobachtet, analysiert und vorhergesagt, wobei die Interaktion zwischen Umwelt, Gesellschaft, Technologie und Wirtschaft berücksichtigt wird. So brachte Schellnhuber das Konzept der Kippelemente in die Klimaforschung ein. Unter anderem forderte er zeitnahe Maßnahmen zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels, vor allem durch die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energiequellen und dem Ersetzen von endlichen Baustoffen durch Holz und nachwachsende Rohstoffe. In der derzeitigen Lage könne es sogar besser sein, ein neues Haus aus Holz zu bauen, als ein bestehendes Haus zu sanieren und weiter zu nutzen. Denn durch den Holzbau würde zusätzliches CO2 aus der Atmosphäre entzogen und langfristig gebunden werden, erklärte Schellnhuber in der Podiumsdiskussion.

Mega-Holzbau in der Praxis
Auf dem Gelände der ehemaligen Prinz Eugen Kaserne in München wird aktuell ein Neubauquartier für über 4.000 Menschen, mit etwa 1.800 Wohnungen und ergänzender Infrastruktur errichtet. Im südlichen Teil möchte die Landeshauptstadt München, mit einer ökologischen Mustersiedlung mit 570 Wohnungen, neue Maßstabe im Holzbau setzen. Als Teil dieses umfangreichen Gesamtprojekts, realisiert das Büro von Architekt Rössler, für die Baugemeinschaft „Der kleine Prinz“, derzeit einen Holz-Wohnbau mit 5 Geschossen. Beim Dialog Holzbau stellte Rössler neben seinem eigenen Projekt auch die nachhaltige Quartiersentwicklung des gesamten Prinz Eugen Parks vor.

Welchen Beitrag leistet der Holzbau zum Klimaschutz?
Eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion setzte sich anschließend mit der Frage: „Welchen Beitrag leistet der Holzbau zum Klimaschutz?“ auseinander. Klimaschutz-Landesrat Stefan Kaineder „Wir müssen Gebäude und ihre Kosten auf Lebenszeit betrachten. Das müssen wir auch politisch verankern.“. So wären nachwachsende Baustoffe wie Holz auch wirtschaftlich klar im Vorteil. Als Experten brachten Heinz Plöderl, Sektionsvorsitzender der Architekten der, ZT-Kammer OÖ. u. Sbg. und Holzbau-Meister Johannes Reisecker, ihre Erfahrungen in die Diskussion ein.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz haben in den letzten Jahren auch gesellschaftlich einen enormen Aufschwung erlebt. Der nachwachsende Baustoff Holz bietet dabei einen Ansatzpunkt um dem Klimawandel entgegenzuwirken, denn etwa 40 % der direkten und indirekten CO2 Emissionen fallen im Gebäude- und Bausektor an. Längst ist klar, dass Effizienzsteigerungen in der Gebäudenutzung nicht ausreichen werden, um die in den Klimaschutzvereinbarungen festgeschriebenen Reduktionsziele zu erreichen. Deshalb spielt die Wahl der Baumaterialien eine immer wichtigere Rolle. In Gebäuden verbautes Holz und Holzwerkstoffe stellen einen Kohlenstoffspeicher dar und können wesentlich dazu beitragen die CO2-Emissionen des Bausektors zu senken. Über die temporäre Speicherwirkung hinaus ersetzt Holz endliche Ressourcen und spart zusätzliches CO2 ein, das bei der Herstellung anderer Bauprodukte anfällt.

Fotos von der Veranstaltung: www.eventfoto.at

Tagungsunterlagen
Vortrag Schellnhuber
Vortrag Rössler

KOOPERATIONSPARTNER
Johannes Kepler Universität - Linz
Kammer der ZiviltechnikerInnen | ArchitektInnen und IngenieurInnen Oberösterreich und Salzburg

SPONSOREN
Bramac Dachsysteme International GmbH
FunderMax GmbH
GUTEX Holzfaserplattenwerk H. Henselmann GmbH & CO. KG
Holz- Reisecker GmbH & Co. KG
ISOCELL GmbH
James Hardie Austria GmbH
SIHGA GmbH
Vinzenz Harrer GmbH
Weiss GmbH
WIEHAG GmbH

Vertreter von proHolz und der Landesinnung Holzbau OÖ übergaben Klimaschutz-Landesrat Stefan Kaineder einen Holzhut, hergestellt von einem Mühlviertler Drechsler. vlnr: proHolz-Obmann Georg Adam Starhemberg, LR Stefan Kaineder, Landesinnungsmeister Josef Frauscher © Foto: eventfoto.at
vlnr: Holzbau-Meister Johannes Reisecker, Klimaschutz-Landesrat Stefan Kaineder, Moderator Tobias Hagleitner, Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber, Architekt Heinz Plöderl, Architekt Ulf Rössler © Foto: eventfoto.at