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21. März: Internationaler Tag des Waldes

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1000-jährige Linde im salzburgischen Faistenau. Foto: privat

Wald ist Erholungsort, Rohstofflieferant, Devisenbringer, Wasserspeicher, Klima- und Temperaturregulierer und Schutzwald.

Die Linde ist Baum des Jahres 2021 und steht seit jeher im Zentrum der Gemeinschaft
Die in Mitteleuropa heimischen Winter- und Sommerlinden spielen seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle im menschlichen Zusammenleben. Ob als verbindende Tanz- oder Dorflinde, schützende Hoflinde oder faire Gerichtslinde standen sie im Zentrum fast jeder Dorfgemeinschaft. Viele Ortsnamen leiten sich von der Linde ab. In ihrem Schatten wurden Feste gefeiert, Versammlungen abgehalten und öffentlich Recht gesprochen. So mancher Baum trug sogar einen Tanzboden in seinen Ästen. In Kunst und Literatur ist die Linde in Form zahlreicher Lieder und Gedichte vertreten und das altbekannte Gasthaus „Zur Linde“ lädt noch heute vielerorts zur Geselligkeit ein.

Lignum sacra — das heilige Holz
Genauso wichtig wie der Baum im Dorf sind die Blütenstände der Linde in der Naturheilkunde. Bei Erkältungen hilft ein Tee aus getrockneten Lindenblüten Husten und Fieber schneller zu überwinden. Auch leichte Stress- und Unruhezustände soll das unverkennbar duftende Heilmittel lindern. Von dem süßlich weichen Duft werden Bienen angelockt, die den köstlichen Lindenblütenhonig herstellen. Da Linden erst spät (Juni und Juli) blühen, wenn andere Blüten rar werden, sind sie auch ökologisch von Bedeutung und eine wichtige Nahrungsquelle für viele weitere Insekten.

Das Holz der bis zu 30 m hohen und 1000 Jahre alten Linden ist hell, mittelhart und besonders gleichmäßig. Aus diesem Grund ist es nach wie vor das wichtigste Holz für Schnitz- und Bildhauerarbeiten. Auch die meisten sakralen Kunstwerke wurden aus Lindenholz gefertigt. Im Mittelalter wurde es daher „lignum sacrum“ (heiliges Holz) genannt.

Internationaler Tag des Waldes am 21. März jährt sich heuer zum 50. Mal
Um auf die zahlreichen Funktionen des Waldes hinzuweisen, wurde 1971 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen der „Tag des Waldes“ ins Leben gerufen. Hintergrund war und ist, dass der Wald nicht nur als Erholungsort, sondern Rohstofflieferant und Devisenbringer ist, eine wichtige Schutzfunktion im Gebirge (Lawinen, Muren) hat, das Klima reguliert und unser Wasser speichert und zu Trinkwasser filtert.

Holz-Neubau statt Sanieren — Perspektive bei Klimaschutz
Mit dem „Tag des Waldes“ ist selbstverständlich untrennbar die Bedeutung von Holz verbunden. „Holz ist sowohl als nachwachsender als auch als CO2-bindender Rohstoff eine nachhaltige Alternative zu endlichen Rohstoffen. Holz entsteht im Wald und braucht dazu nur Erde, Wasser, Licht und Luft. Im Prozess seiner Entstehung entzieht der Baum CO2 aus der Umgebungsluft. Dieses CO2 bleibt im Holz gebunden, weil der Kohlenstoff daraus im Holz gespeichert wird“, unterstreicht proHolz-OÖ-Obmann Georg Adam Starhemberg. In der derzeitigen Klimalage könne es daher sogar besser sein, ein neues Haus aus Holz zu bauen, als ein bestehendes Haus zu sanieren und weiter zu nutzen, folgerte auch der anerkannte Klimaexperte Prof. Hans Joachim Schellnhuber. „Denn durch den Holzbau wird zusätzliches CO2 aus der Atmosphäre entzogen und langfristig gebunden.“