Holz: Motor der Regionen
Österreichs Holzbranchen sind zweitwichtigster Devisenbringer - Spitzenvertreter diskutierten Potenziale und Herausforderungen
Holz, einer der ältesten und wichtigsten Grundstoffe der menschlichen Zivilisation, spielt auch in einer modernen Volkswirtschaft eine Hauptrolle und ist als Rohstoff, Baustoff oder Werkstoff nicht wegzudenken. Anlässlich des gestrigen Internationalen Tages des Waldes im heurigen Internationalen Jahr des Waldes hatte proHolz Oberösterreich neben dem oö. Landeshauptmann und Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz Dr. Josef Pühringer die Spitzenvertreter der österreichweiten Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) zu Gast. Bei dem hochkarätigen Treffen wurde über die künftigen und aktuellen Potenziale und Herausforderungen der Branche diskutiert.
Holz ist die Kernressource Österreichs und ein attraktiver Arbeitgeber. Die lange Wertschöpfungskette Holz reicht von der Forstwirtschaft über die Holz-, Säge-, Papier- und Zellstoffindustrie und den Holzhandel bis zu den Tischlereibetrieben, Möbelindustrie und Holzbau. 280.000 Menschen beziehen in Österreich entlang dieser vielfältigen Wertschöpfungskette in über 170.000 Betrieben ein Einkommen und erwirtschaften bei einem Produktionswert von über 11 Mrd. Euro einen Exportüberschuss von rund 3,1 Mrd. Euro. Damit ist die Holzbranche neben dem Tourismus der wichtigste Devisenbringer für Österreich. Alleine in Oberösterreich werden durch die Wertschöpfungskette Holz rund 70.000 Arbeitsplätze gesichert. „Die öffentliche Hand tut gut daran, verstärkt auf den nachhaltigen Baustoff Holz zurückzugreifen. Dadurch wird nicht nur die Umwelt geschützt, sondern es werden auch die Arbeitsplätze in den Regionen langfristig gesichert“, erklärt Landeshauptmann Pühringer.
Starhemberg: Holz hat mehr Wert
„Österreich ist ein Land des Holzes. Mit dieser wertvollen und nachhaltigen Ressource muss im Sinne einer optimalen Nutzung verantwortungsvoll umgegangen werden. Die Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft sowie der Platten- und Papierindustrie sind nicht nur äußerst wichtige Investoren im ländlichen Raum und attraktive Arbeitgeber, sondern schaffen auch Wohlstand für die Bevölkerung in strukturell schwachen Regionen. Wenn sich die Araber um ihr Öl kümmern, wundert sich niemand. Wenn wir uns um unser Holz kümmern, müsste das ebenfalls selbstverständlich sein. Eine nationale Holzphilosophie ist notwendig“, so der Vorsitzende der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) und proHolz-OÖ-Obmann Georg Adam Starhemberg.
Entwicklungen auf dem Holzmarkt
Die gute Stimmung auf dem Holzmarkt im Vorjahr mit einer Holzernte von rund 19,5 Mio. Festmeter hält auch in den ersten Monaten 2011 an. Dabei werden dennoch nur knapp 75 Prozent des jährlichen Zuwachses genutzt. Die Nachfrage der österreichischen Säge-, Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie nach heimischem Holz entwickelt sich weiterhin positiv. Die Auswirkungen der politischen Unruhen in Nordafrika und die katastrophalen Folgen des Erdbebens in Japan — beides für die stark exportorientierte österreichische Holzwirtschaft wichtige Märkte — stehen im Mittelpunkt der Beratungen.
Holz als Lösung für viele Zukunftsfragen
Ein Kubikmeter verbautes Holz spart im Durchschnitt zwei Tonnen CO2-Emissionen: eine Tonne durch die Speicherung des Kohlenstoffs beim Wachstum der Bäume, eine zweite durch den Ersatz von in der Herstellung energie- und damit CO2-intensiven Baustoffen wie Stahl, Beton, Glas oder Aluminium. Der Einsatz von Holz für langlebige Produkte, wie im Baubereich stellt durch den geringeren Energieaufwand bei Herstellung, Verlängerung der Kohlenstoff-Speicherung im Holz (für durchschnittlich 75 Jahre) und Einsparung fossiler Brennstoffe bei der Entsorgung einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz dar. Jeder geerntete und genutzte Baum macht zudem Platz für neue Bäume. So wird der CO2-neutrale Kreislauf der Natur genutzt.
500.000 Tonnen CO2-Emissionen könnten jährlich in Österreich eingespart werden, wenn der Anteil der jährlich neu gebauten Wohnungen in Holzbauweise entsprechend gesteigert würde. In Oberösterreich werden derzeit rund 37 Prozent aller bewilligungspflichtigen Hochbauvorhaben überwiegend aus Holz errichtet. Besonders große Entwicklungspotenziale bestehen in den Bereichen Gewerbe- und Industriebau, im mehrgeschossigen Wohnbau und im städtischen Bereich. Nach Aussage von LH Pühringer soll voraussichtlich ab 1. 1. 2012 eine holzbaufreundlichere Baugesetzgebung im Land ob der Enns eingeführt werden. Anstatt derzeit drei dürften in Zukunft vier und in Ausnahmefällen sogar bis zu sieben Stockwerke in Holzbauweise ausgeführt werden. Mit einer positiven Entwicklung des Holzbaus, besonders im städtischen Bereich sei also zu rechnen, freut sich proHolz OÖ Obmann Starhemberg.
Die Zukunft des Holzgütertransports auf der Schiene
Der Wertschöpfungskette Holz drohen jetzt durch die drastisch überhöhte Tarifforderung mit Steigerungen von über 30 Prozent sowie durch das neue Bahnhofskonzept der Rail Cargo Austria AG massive Verschlechterungen mit absehbaren negativen Folgen für den gesamten Industriestandort Österreich. Bis zu 50 Prozent des auf der Schiene transportierten Rundholzes und der Holzprodukte werden umgeschichtet werden müssen. Damit drohen bis zu 200.000 zusätzliche Lkw-Fahrten pro Jahr. Als nachhaltig produzierender Wirtschaftszweig ist die heimische Forst- und Holzwirtschaft seit Jahren bemüht, auch die Holztransporte umweltbewusst abzuwickeln. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz Landeshauptmann Pühringer, diskutiert die versammelte Spitze der Wertschöpfungskette Holz dieses wichtige Thema.
Pühringer sagte dabei seine Unterstützung zu.
FHP: Europaweit einzigartige Plattform
Die Kooperationsplattform bildet die gesamte Wertschöpfungskette Forst-Holz-Papier-Palette ab und ist in Europa in dieser Form einzigartig. Sie setzt sich aus den folgenden Verbänden und Gremien — nähere Informationen dazu auf www.forstholzpapier.at bzw. Anhang — zusammen:
• Landwirtschaftskammer Österreich
• Land&Forst Betriebe Österreich
• Waldverband Österreich
• Fachverband der Holzindustrie Österreich (inkl. Platten- und Sägeindustrie)
• Austropapier – Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie
• Fachverband der Papierindustrie
• das Bundesgremium des Holz- und Baustoffhandels
• die Bundesinnung Holzbau und
• der Österreichische Forstunternehmerverband e.V.
Internationales Jahr des Waldes 2011, Internationaler Tag des Waldes am 21. März
Die Generalversammlung der UNO hat in einer Resolution das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr des Waldes erklärt. Österreich ist ein Waldland mit 47,6 Prozent Waldanteil an der Landesfläche und steigender Tendenz.
Unser Wald erfüllt zahlreiche Funktionen. Er ist Rohstofflieferant und Devisenbringer, ein wichtiger Schutzmechanismus im Gebirge, reguliert das Klima, speichert und filtert unser Wasser. Der umfassenden Bedeutung des Waldes für Mensch und Natur wurde Ende der 1970er-Jahre von der FAO (Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der UNO) Rechnung getragen, indem man den Internationalen Tag des Waldes ins Leben rief. Er wird jeweils am 21. März begangen. Der Forst ist ein unverzichtbarer Teil der Landschaft, gleichzeitig aber auch wirtschaftlich, ökologisch und sozial von großer Bedeutung. Während laut Schätzungen der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) jedes Jahr weltweit 130.000 km2 Wald verloren gehen, nimmt die Fläche in Österreich beständig zu — in den vergangenen 25 Jahren um rund 111.000 ha oder um mehr als die doppelte Fläche Wiens.
Rückfragen an:
proHolz Oberösterreich: DI Dr. Markus Hofer, Geschäftsführer, Hessenplatz 3, 4020 Linz, Tel. 05-90909-4110, Fax 05-90909-4119, E-Mail: info@proholz-ooe.at, Website: www.proholz-ooe.at
FHP Kooperationsplattform Forst Holz Papier: Mag. Wilhelm Autischer, Generalsekretär, Strozzigasse 10/7, 1080 Wien, Tel. 01-58886-285, Fax 01-58886-230, E-Mail: autischer@forstholzpapier.at, Website: www.forstholzpapier.at
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