Inhalt

DenCity – Nachverdichten mit Holz

Meldung erstellt am 27.06.2017

proHolz und überholz erkundeten Chancen für das Holz und Chancen für die Stadt

Etwa 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erkundeten gemeinsam mit dem Universitätslehrgang überholz und proHolz Oberösterreich bei der Veranstaltung DenCity am 22. 06. 2017 in der Kunstuniversität Linz neue Perspektiven für den Holzbau in der Stadt. Nicht nur der Neubau von mehrgeschossigen Holzgebäuden auf der grünen Wiese bietet Chancen – auch in der so genannten Nachverdichtung liegt ein enormes Potenzial. Nachverdichtung schafft mit Anbauten, Aufbauten und Bau-Lückenfüllern zusätzlichen Raum innerhalb der bestehenden Strukturen der Ballungsräume.

Neue Bauverordnung mit Erleichterungen für Holz
Zeitpunkt und Ort der Veranstaltung waren ideal. Schließlich beschloss die Oberösterreichische Landesregierung kurz davor weitere Erleichterungen für das Bauen mit Holz in der Stadt. Unter anderem wird es ab dem 1. Juli in Oberösterreich möglich sein bis zu sechsgeschossige Gebäude aus Holz ohne zusätzliche Sondergenehmigung zu errichten. Bei noch höheren Bauten besteht nach wie vor die Möglichkeit einer Beurteilung im Einzelfall mit einem Brandschutzkonzept.

Wie gelingen Aufstockungen in der Stadt?
Neben einer Vorstellung der neuen baurechtlichen Rahmenbedingungen durch den Brandschutz-Experten Wolfgang Hüthmaier wurde ein Blick über die Landesgrenzen geworfen. Der Schweizer Architekt Yves Schihin stellte seine Beispiele für städtische Aufstockungen aus der Schweiz vor. Das rasche Wachstum unserer Ballungsräume schreit nach Strategien der inneren Verdichtung, die den Städten ganzheitlichen Nutzen bringen und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern ein gesundes Wohnen und Arbeiten ermöglichen. Voraussetzungen für das Gelingen einer Nachverdichtung durch städtische Aufstockungen wären einerseits hohe Mietpreise, andererseits ein robuster Sockel und die Möglichkeit einer einfachen Lastableitung und Erschließung, so Schihin. 

Sinnliches Holz in der Stadt
Der Wiener Architekt Rüdiger Lainer präsentierte seinen Holz-Hybridbau HoHo mit 24 Geschossen, der gerade in Wien-Aspern errichtet wird. Nach dessen Fertigstellung wird es das weltweit höchste Gebäude aus Holz sein. Lainer ist es wichtig, dass das Holz im fertigen Gebäude sichtbar bleibt. Die Sinnlichkeit des Materials dürfe auch in der Stadt nicht verloren gehen.


1.000 Wohnungen pro Jahr
Im Anschluss an die Impulsvorträge diskutierten die Vortragenden mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die Chancen die Holz in der Stadt bietet.

Die Urbanisierung wird auch für Oberösterreich in Zukunft eine größere Rolle spielen. Laut einer Bevölkerungsprognose der Statistik Oberösterreich werden die sogenannten Arbeitszentren Linz, Wels und Steyr bis 2040 um fast 50.000 Einwohner wachsen. Ein besonders starkes Wachstum wird für die Landeshauptstadt Linz erwartet, alleine dort soll die Bevölkerung um fast 40.000 Einwohner steigen. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von derzeit 2,3 Personen (Mikrozensus, Stat. Austria 2016) ergibt sich ein Bedarf von fast 1.000 neuen Wohnungen in den drei Oö. Städten pro Jahr.  

Neben neuen Stadtentwicklungsgebieten wie am Areal der ehemaligen Kaserne Ebelsberg könnte ein Teil der benötigten Wohnungen auch im begehrten Stadtzentrum liegen. Die Vorteile einer DenCity, also einer nachverdichteten Stadt liegen auf der Hand: Infrastruktur wie Straßen, Kanäle und Leitungen ist bereits vorhanden und muss nicht neu gebaut werden. Außerdem sind positive Auswirkungen auf den Pendel-Verkehr zu erwarten.

Etwa 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren vom Schweizer Architekten Yves Schihin unter welchen Voraussetzungen städtische Aufstockungen gelingen. (c) überholz, Foto: Philipp Steiner

Landtagsabgeordneter und Holz-Industrieller Peter Handlos berichtete über die neue Bautechnik-Verordnung und die Erleichterungen für den Holzbau. (c) überholz, Foto: Philipp Steiner

HoHo-Architekt Rüdiger Lainer: "Die Sinnlichkeit des Holzes darf auch in der Stadt nicht verloren gehen". (c) überholz, Foto: Philipp Steiner

Die beiden überholz-Lehrgangsleiter Tragwerksplaner Konrad Merz und Architekt Helmut Dietrich neben dem Moderator und Architekturkritiker Tobias Hagleitner (v.l.), (c) überholz, Foto: Philipp Steiner

Architekt Bernhard Rihl und Landtagsabgeordnete Ulrike Böker, (c) überholz, Foto: Philipp Steiner

überholz

Zuschnitt 66 -Dichter in Holz

OÖ. Bau-TVO Novelle 2017