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37 % Holzbauanteil in Oberösterreich

Meldung erstellt am 25.06.2010

Sowohl in Gesamtösterreich, als für das Bundesland Oberösterreich konnten bisher keine verlässlichen Zahlen für den Anteil des Holzbaus im Hochbau angegeben werden. Um diese offene Frage zu klären, beauftragte proHolz OÖ das Institut für Holzforschung an der Universität für Bodenkultur Wien mit einer Studie zu diesem Thema.

Das Ergebnis der Studie weist einen Holzbauanteil von 37 % an den bewilligungspflichtigen Hochbauten aus. „Aus den Daten der Bundesländer Tirol und Niederösterreich kann geschlossen werden, dass der Anteil der Holzbauten in Oberösterreich in den vergangenen 10 Jahren um etwa 10–15 Prozentpunkte gestiegen ist.“, freut sich proHolz Obmann Starhemberg über die vermehrte Holzverwendung im Baubereich.

Die vorliegende Untersuchung zeigt aber auch klar Entwicklungspotentiale für den natürlichen Werkstoff  auf. So stellte man fest, dass Holzbauten vor allem auf dem Gebiet des Gewerbe- und Industriebaus, aber auch bei öffentlichen Gebäuden und im mehrgeschossigen Wohnbau hinsichtlich ihrer Nutzfläche deutlich kleiner waren als Gebäude aus Stahl oder mineralischen Werkstoffen. Das schlägt sich auch in einem Anteil an der Nutzfläche nieder, der mit einem Wert von 13 % deutlich niedriger liegt. Einige Leuchtturmprojekte, wie die Neue Messe Wels, die Elementfertigungshalle der Fa. Obermayr, die kürzlich mit dem Staatspreis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet wurde, oder eine mehrgeschossige Wohnanlage in Linz Oed  sind in Oberösterreich bereits in den vergangenen Jahren entstanden. Alle drei genannten Projekte sind hinsichtlich ihrer Energieeffizienz mustergültig und erreichen Passivhausqualität. „Es ist davon auszugehen, dass die thermische Qualität und damit der Holzbau auch bei großvolumigen Gebäuden in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird“, blickt proHolz Geschäftsführer Hofer optimistisch in die Zukunft.

Wie erwartet spielte Holz im urbanen Bereich, also beim Bauen in der Stadt mit einem Anteil von 14 % der Bauvorhaben und ca. 1 % der Nutzfläche noch eine vergleichsweise geringe Rolle. Aber auch hier gewinnt Holz mit dem Vorteil einer kurzen Bauzeit und der wirtschaftlichen Konstruktion immer mehr an Bedeutung. So wurden kürzlich in den europäischen Weltmetropolen Berlin und London ein sieben- bzw. ein neungeschossiges Holzwohngebäude ihren Bewohnern übergeben. Diese internationalen Leuchtturmprojekte geben die Richtung vor, in die sich der Holzbau in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Mit den, von LH-Stv. Franz Hiesl angekündigten und von allen Fraktionen im oö. Landtag mitgetragenen Erleichterungen für den Baustoff Holz in der oberösterreichischen Baugesetzgebung hat die Politik bereits die Weichen für mehr Holz im großvolumigen  Bau gestellt. So soll es ab 2011 unter anderem möglich sein vier- anstatt bisher nur dreigeschossige Wohngebäude in Holzbauweise zu errichten.  Auch noch höhere Gebäude, wie eine 6-geschossige Holz-Wohnbebauung, die voraussichtlich 2012 in Wien realisiert wird, würden dann im Einzelfall in Oberösterreich möglich sein.

Holz ist der Baustoff des 21. Jahrhunderts! Durch die Verknappung von nicht regenerativen Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas, durch die immer spürbarer werdende Veränderung des Klimas und steigende Energiepreise gewinnen Begriffe, wie Nachhaltigkeit und Ökologie und damit auch der Werkstoff Holz eine immer größere Bedeutung im Baubereich. Die Studie von proHolz Oberösterreich hat gezeigt, dass wir mit deutlichen Zuwachsraten in den letzten Jahren bereits am Beginn dieser Entwicklung stehen.